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Jobportrait Zerspanungsmechaniker

verfasst von Simon Umminger - 23.01.2024

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Der Job des Zerspanungsmechanikers gehört zweifellos zu den spezialisierten Berufen mit Zukunft. Mit Hilfe von computergestützten und konventionellen Maschinen fertigen Zerspanungsmechaniker wichtige Bauteile für praktisch alle Bereiche der Industrie an, etwa für Motoren, Turbinen, kleine oder große Maschinen, oder auch Schmuckteile oder Uhrengehäuse. Zerspanungsmechaniker sind wahre Meister der Präzision, denn sie müssen maßgenau bis auf den Bruchteil eines Millimeters arbeiten. Die Berufsbezeichnung leitet sich vom Begriff „Zerspanen“ (oder auch „Spanen“) ab. Darunter versteht man bestimmte Verfahren zur Herstellung von Werkstücken, insbesondere Fräsen, Schleifen, Drehen und Bohren. Bei der Zerspanung werden überschüssige Späne von einem Rohteil abgetrennt und das Werkstück in eine bestimmte Form gebracht. Erlernte man früher Handwerksberufe wie Dreher, Fräser, Schleifer oder Bohrer, sind all diese Tätigkeiten inzwischen im Ausbildungsberuf des Zerspanungsmechanikers zusammengefasst. Im Folgenden erfahren Sie alles Wissenswerte zu diesem vielfältigen und interessanten Beruf.

Das Tätigkeitsfeld des Zerspanungsmechanikers

Zerspanungsmechaniker arbeiten mit unterschiedlichen Werkstoffen, aus denen Präzisions-Bauteile für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete entstehen. Dafür bedienen sie meist sogenannte CNC-Maschinen (z. B. Dreh- und Fräsmaschinen) oder CNC-Systeme. Einige dieser Maschinen sind mit weiterer Technologie ausgerüstet, etwa mit Laserschweißanlagen oder 3D-Druckköpfen. CNC steht für Computerized Numerical Control ; CNC-Maschinen sind also Werkmaschinen, die mittels Steuerungstechnik einzelne oder serielle Werkstücke unterschiedlichster Formen mit äußerster Präzision herstellen können. Das bedeutet, dass Computertechnik heute den zentralen Bereich im Job des Zerspanungsmechanikers darstellt.

 

Präzision: das oberste Gebot für Zerspanungsmechaniker

Der Zerspanungsmechaniker bedient, wartet und inspiziert die Fertigungsmaschinen und überwacht ihre Arbeit. Für jeden Zerspanungsprozess werden die erforderlichen Fertigungs-Parameter eingegeben, die jeweils benötigten Werkzeuge ausgewählt und Rohteile in die Maschine gegeben. Wer gerne feinmotorisch und akkurat arbeitet, ist in diesem Beruf richtig, denn die gefertigten Bauteile müssen bis auf den Mikrometer den vorgegebenen Maßen entsprechen – ansonsten passen sie nicht in die Geräte, für die sie vorgesehen sind, oder verursachen Schäden an der Fertigungsmaschine. Daher muss der Zerspanungsmechaniker so genau wie möglich sein und wiederholte Zwischenmessungen vornehmen, damit alles exakt passt.

Sind die Werkstücke fertigt, beginnt der Teil der Qualitätssicherung: Der Zerspanungsmechaniker kontrolliert, ob die Maße und die Qualität der Oberfläche den Anforderungen und Toleranzen entsprechen, die eine zuvor angefertigte Zeichnung vorgibt. Hierfür setzt die Fachkraft auch manuelle Mittel sowie 3D-Messgeräte ein. Treten Störungen auf, werden diese nach exakten Prüfverfahren untersucht und behoben.

 

Die typischen Aufgaben des Zerspanungsmechanikers im Überblick

  • Fertigung von Bauteilen für unterschiedlichste Maschinen, Motoren oder Turbinen mittels Werkzeugmaschinen oder Fertigungssystemen
  • Bedienung von CNC-Maschinen: Eingabe/Programmierung von Bearbeitungsparametern in die Steuerung; Auswahl, Kontrolle und Einspannen der benötigten Werkzeuge und/oder Rohlinge; Einstellung der Geschwindigkeit, Tiefe und weiterer Werte
  • Zwischenmessungen der Werkstücke und Kontrolle der Maschinentätigkeit
  • Qualitätssicherung: Überprüfung der Maße und Oberflächenqualität der fertigen Teile
  • Fehlerquellensuche, z. T. unter Anwendung vorgegebener Systeme
  • Anfertigung von technischen Zeichnungen und 3D-Modellen mittels CAD-Programmen
  • Auswertung technischer Dokumente
  • Nachberechnung fehlender Maße und Angaben
  • Instandhaltung, Überprüfung und Wartung der Maschinen und Anlagen
  • Funktionsprüfungen
  • Austausch von defekten Materialien und Teilen sowie Bestellung bzw. Herstellung von Ersatzteilen
  •  

Einsatzbereiche des Zerspanungsmechanikers

Gute Zerspanungsmechaniker werden in allen Branchen, Industrien und Handwerksbetrieben gebraucht, die zerspanende Technik einsetzen, insbesondere

  • in metall- und kunststoffverarbeitenden Betrieben des Fahrzeug-, Maschinen-, Stahl- oder Leichtmetallbaus,
  • in Gießereien,
  • in Schreinereien,
  • in der Medizintechnik.

Die Palette der Tätigkeitsfelder ist breit und reicht von der Herstellung millimeterkleiner, filigranster Werkstücke bis hin zur Fertigung tonnenschwerer Teile für Großmaschinen. Zudem bietet sich der Job auch für Menschen an, die gerne im Ausland arbeiten: Zerspanungsmechaniker sind Fachkräfte, die praktisch weltweit gefragt und gesucht sind.

 

Zerspanungsmechaniker: die Ausbildung

Der Weg in diesen anerkannten Ausbildungsberuf führt über die Industrie oder das Handwerk. Die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker dauert in der Regel dreieinhalb Jahre, kann unter bestimmten Umständen aber auch verkürzt werden (z. B. wenn man Abitur bzw. Fachabitur oder bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hat). Sie findet im dualen System statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Unterricht werden neben den berufsbezogenen auch allgemeinbildende Inhalte wie Deutsch, Sozialkunde, Sport und Religion vermittelt.

 

Wesentliche Inhalte der praktischen Ausbildung:

  • Grundlagen der Metallbearbeitung (Drehen, Bohren, Sägen, Feilen usw.)
  • Kenntnis, Beurteilung und Auswahl von Werkstoffen für die jeweilige Verwendung
  • Arbeit mit konventionellen Maschinen und mit CNC-Maschinen unter Anwendung von Steuerungstechnik
  • Inspektion, Pflege und Wartung von Betriebsmitteln
  • Herstellung von Werkstücken nach technischen Unterlagen
  • Anwendung von Qualitätssicherungs-Systemen
  • Nachbearbeitung fertiger Werkstücke mit computergestützten sowie konventionellen Werkzeugen und Maschinen

 

Zudem ist es bereits während der Ausbildung möglich, sich als Zerspanungsmechaniker zu spezialisieren, beispielsweise in den Bereichen Schleifen, Drehen oder Fräsen.

 

Die Arbeit als Zerspanungsmechaniker: Voraussetzungen und Fähigkeiten

Wer als Zerspanungsmechaniker arbeiten will, muss zunächst ein grundsätzliches Interesse am Arbeiten mit Maschinen und Metall sowie am Umgang mit Zahlen und Computern mitbringen. Ebenso notwendig sind handwerkliches Geschick und feinmotorische Fähigkeiten, technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen. Wer im Schulunterricht Interesse am naturwissenschaftlich-technischen Bereich gezeigt und dort gute Ergebnisse erzielt hat, ist grundsätzlich für diesen Beruf geeignet. Als Schulabschluss wird mindestens die mittlere Reife empfohlen; dies ist aber keine zwingende Zugangsvoraussetzung. Zeigt ein junger Mensch die entsprechende persönliche Eignung, können Betriebe ihn auch mit Hauptschulabschluss oder sogar ohne Schulabschluss als Auszubildenden einstellen.

Zerspanungsmechaniker arbeiten häufig im Schichtdienst, da die automatisierte Produktion in vielen Betrieben rund um die Uhr läuft. Dies erfordert neben Flexibilität auch eine robuste körperliche Kondition, die man im Übrigen auch dann braucht, wenn man z. B. mit schweren Werkstücken und Bauteilen hantieren muss. Die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung und zu laufenden Schulungen muss ebenfalls gegeben sein.

Auch Teamfähigkeit spielt in diesem Job eine große Rolle, da man sich bzgl. Arbeitsaufgaben, Anforderungen und Organisation immer wieder mit anderen Betriebsbereichen oder auch mit Kunden abstimmen muss.

Nicht zuletzt sollte man für die Tätigkeit des Zerspanungsmechanikers sehr zuverlässig und verantwortungsbewusst sein, da diese Arbeit ohne höchste Sorgfalt und Präzision nicht denkbar ist.

 

Weiterbildungsmöglichkeiten für Zerspanungsmechaniker 

Nach der Ausbildung werden gute Zerspanungsmechaniker gerne vom Ausbildungsbetrieb als Fachkräfte übernommen, alternativ können sie aber auch im Anschluss ihren Meister machen oder sich zur staatlich geprüften Fachkraft in Maschinentechnik mit verschiedenen Schwerpunkten weiterqualifizieren. Abiturienten haben die Möglichkeit, nach der Ausbildung ein technisches Studium zu absolvieren.

Insbesondere die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der Aufgabenfelder und Anforderungen machen in diesem Berufsfeld vielfältige Weiterbildungen und Spezialisierungen möglich, beispielsweise in folgenden Bereichen:

  • Maschinenwartung und -überwachung mit Datenbrillen oder Tablets (Augmented Reality Operations, Wearable Technology)
  • Automatische Werkstückvermessung mit 3D-Laserscanning
  • Arbeit mit Aktoren (antriebstechnische Baueinheiten)
  • Arbeit mit Industrierobotern
  • Zusammenarbeit mit Collaborative Robots (Cobots)
  • Echtzeit-Datensysteme, z. B. für die Optimierung und Wartung von Fertigungseinrichtungen
  • Sensorik

Zerspanungsmechanikern, die sich in den einschlägigen Zukunftsbereichen weiterbilden, stehen grundsätzlich auch Türen zu verschiedenen Führungspositionen und damit auch sehr gut bezahlten Stellen offen. Auch für eine Existenzgründung sind solche Weiterbildungen oft die Basis. Wer solche Pläne hat, sollte auch Qualifizierungen in den Bereichen Prozessmanagement, Künstliche Intelligenz, Arbeitsorganisation etc. nicht außer Acht lassen.

Zerspanungsmechaniker sind gesuchte Fachkräfte.

 

 

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Themen: Bewerber, Zerspanungsmechaniker


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